Mehr Transparenz bei Geothermieausbau notwendig
Liebe Poingerinnen und Poinger,
der Gemeinderat hat die kommunale Wärmeplanung für Poing beschlossen. Sie dient als strategischer Fahrplan für eine klimafreundliche Wärmeversorgung bis 2045 und zeigt auf, welche Wärmeversorgungsarten in den einzelnen Ortsteilen künftig grundsätzlich geeignet sein könnten. Vielen Dank an das Sachgebiet Umwelt/ Energie unserer Gemeindeverwaltung und insbesondere an Herrn Mike Mäntele für die Erarbeitung der umfangreichen Datengrundlagen.
Bereits heute stammen 42,6 Prozent der Wärmeversorgung in Poing aus erneuerbaren Energien.
Die Analyse bestätigt die zentrale Rolle von Geothermie, Wärmenetzen, Wärmepumpen und energetischer Sanierung. Als interessante Zukunftsoptionen werden die mögliche Erweiterung der Wärmenetze im Osterfeld und in Grub sowie die Nutzung des Wärmepotenzials der Biogasanlage südlich von Angelbrechting genannt.
Wichtig ist: Die Wärmeplanung hat keine unmittelbare rechtliche Wirkung. Sie schreibt keine bestimmte Heizungsart vor und verpflichtet Bürgerinnen und Bürger zu keinen Maßnahmen. Vielmehr soll sie Hauseigentümern, Unternehmen und der Gemeinde als Orientierung für zukünftige Investitionen dienen.
Positiv hervorzuheben ist, dass Poing durch Geothermie und bestehende Wärmenetze bereits vergleichsweise gut aufgestellt ist. Gleichzeitig macht die Planung deutlich, dass nicht alle Ortsteile wirtschaftlich durch Wärmenetze erschlossen werden können und dezentrale Lösungen, beispielsweise Wärmepumpen oder Holzheizungen, auch künftig eine wichtige Rolle spielen werden.
Kritisch sehen wir die weiterhin fehlende Transparenz der Bayernwerk Natur GmbH. Für viele Bürgerinnen und Bürger gerade im Poinger Süden bleibt unklar, welche Straßen, Quartiere oder Gebäude künftig tatsächlich an das Fernwärmenetz angeschlossen werden sollen und in welchem Zeitraum dies erfolgen könnte. Gerade für Eigentümer, die heute Entscheidungen über Heizungstausch oder Sanierungen treffen müssen, sind diese Informationen von großer Bedeutung.
Wir fordern deshalb von Bayernwerk Natur eine transparente Darstellung der geplanten Ausbaugebiete und Ausbauzeiträume. Nur so kann die notwendige Planungssicherheit geschaffen werden.

Abb.: bestehendes Gasnetz (hellgrau) und Wärmenetz (dunkel) in Poing

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