Dass noch mehr für den Klimaschutz getan werden muss als bisher, das ist allen im Gemeinderat klar. Doch bei der Frage, was man genau tun soll, gehen die Meinungen teilweise weit auseinander.

Es benötigt nicht viel Überzeugungsarbeit, einem gut ausgearbeiteten Antrag zuzustimmen: Ein Problem wird beschrieben, ein Lösungsansatz aufgezeigt und dessen Grenzen benannt. So geschehen am letzten Donnerstag beim Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur möglichen Umrüstung der gemeindlichen Fahrzeugflotte auf alternative Antriebsarten — unter Berücksichtigung des Stands der Technik, differenziert nach Fahrzeugtyp und soweit das technisch, ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Der Gemeinderat und die Verwaltung konnten diesem Antrag voll und ganz zustimmen.

Schwieriger wird es aber, wenn ein Antrag seine Sinnhaftigkeit hinter „denglischem“ Neusprech und einer Extraportion Emotionen versteckt. Zum Hintergrund: Poing hat neben dem Sachgebiet 3.3 (Umwelt, Klima, Energie) und dem Bau- und Umweltausschuss seit 2013 einen zusätzlichen Energie- und Umweltbeirat, bestehend aus Gemeinderäten, Verwaltungsmitarbeitern, Bürgern und Gewerbetreibenden, zur Bewältigung der Aufgaben der Energiewende. Dieser Beirat wurde auf Antrag der SPD im Jahre 2010 ins Leben gerufen. Eine gute Sache.

Warum man dann aber 2019 die Gründung einer weiteren Arbeitsgruppe aus Gemeinderat und Verwaltung mit derselben Aufgabenbeschreibung fordert, erschließt sich da nicht ganz und konnte von den Antragstellern (SPD) auch nach mehrmaliger Nachfrage nicht näher begründet werden. Man wolle halt „endlich was tun“ und „nicht nur hohle Worte“ in den Raum stellen.

Aber genau mit der Kritik, ein rein politisch motivierter, nicht zielführender Schaufensterantrag zu sein, wurde der Antrag geschlossen gegen die Stimmen der SPD (inkl. Bürgermeister) vom restlichen Gemeinderat abgelehnt.

Trotzdem fanden sich in der hastigen Auflistung von sechs losen Forderungen im SPD-Antrag auch Punkte, die leider in der Flut an bereits bestehenden Einzelmaßnahmen untergingen: So schlug Maria Lindner (SPD) z.B. vor, die Verwaltung solle einen „plastikfrei Leben“ Ratgeber mit konkreten, auf die Gemeinde Poing bezogenen, Tipps ausarbeiten und an alle Bürger verteilen. Eine gute Idee, die m.E. von den bestehenden Arbeitsgruppen (EuB, BUA, SG 3.3, Vereinen und Interessengemeinschaften) umgesetzt werden könnte und sollte — aber dafür braucht es keinen gesonderten Antrag im Gemeinderat; man muss es halt einfach machen!