Vergangenen Mittwoch wurde das Gutachten im Umweltausschuss des Kreistages vorgestellt, was eine mögliche „Zonierung“ des Landschaftsschutzgebiets Ebersberger Forst für 5 geplante Windräder als Untersuchungsziel hatte. Dieser partiellen Aushebelung des Landschaftsschutzstatus erteilte der Gutachter eine klare Absage, da der Forst ein sehr homogenes Waldgebiet mit einem weit verbreiteten Artenreichtum ist. Einzelne Stellen an denen man Gebiete aus dem Gesamtschutzstatus mit der „Zonierung“ herauslösen könnte, um den Bau der 5 Windräder zu ermöglichen, sieht das Gutachten nicht.

Die Reaktion aus Landratsamt und dem Kreis-Umweltausschuss? Die Entscheidung wird auf Januar verschoben, ob die Planung für den Windpark eingestellt wird oder ob die weiteren Optionen gezogen werden – Abtrennung eines ganzen Teils des Ebersberger Forst für die industrielle Windnutzung oder sogar die Aufhebung des Schutzstatus. Dann wären auch die von einigen Umweltschutzgruppen befürchteten 30 – 50 Windräder und somit die Zerstörung des Ebersberger Forstes möglich.

Aus unserer Sicht ist das leider das komplett falsche Signal, bei dem mittlerweile verzweifelten Versuch des Kreistags, die selbstgesteckten Ziele der Energiewende 2030 zu erreichen, zu der übrigens landkreisweit 33 Windräder (aktueller Stand: 1!) gehören. Auf der einen Seite einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu wollen, auf der anderen Seite dies aber über die teilweise Aufhebung und Zerstörung von bestehenden klimawichtigen Schutzräumen zu ermöglichen, ist der falsche Weg.

Politisch diskutiert werden muss die 10H-Regelung, um andere Standorte wieder generell zu ermöglichen. Darüber hinaus besteht für jede Gemeinde jetzt auch schon die Möglichkeit, den Bau von Windkraftanlagen über die kommunale Bauleitplanung trotz 10H-Regelungen zu ermöglichen – die Akzeptanz der Bevölkerung vorausgesetzt. Diskutiert werden muss der Sinn (oder Unsinn) von Windkraftanlagen in Schwachwindgebieten. Diskutiert werden muss, wie bereits jetzt bestehende temporäre Überkapazitäten bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie speicherbar gemacht werden können (Stichwort Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe etc.) und wie diese Technologien so schnell wie möglich im Massenmarkt eingeführt werden können.

Das sind die Aufgaben der Politik und nicht das Hand anlegen an einem für Natur und Mensch höchst wertvollen Schutzgebietes. Der Ebersberger Forst ist auch für auch für Poing ein wichtiges Naherholungsgebiet und die grüne Lunge – HÄNDE WEG VOM FORST!