Der Appell, die neue Fußgängerunterführung müsse begrünt werden, liegt erst wenige Wochen zurück, da werden dem Bau- und Umweltausschuss bereits konkrete Verbesserungen vorgelegt: Frau Wrulich vom Büro Kagerer ging in der letzten Sitzung Punkt für Punkt auf eine Vielzahl von Vorschlägen ein, die der Verwaltung diesbezüglich zugetragen wurden. Auch unkonventionelle Ideen wurden dabei ernst genommen und ausführlich fachlich bewertet.

Wir waren alle positiv überrascht, wie viel Grün man im Nachhinein noch in/auf die „Beton-Skulptur“ ein- und aufbringen kann, ohne die Integrität des Ingeneurbaus zu gefährden. So reicht z.B. die Grundwasserwanne nur bis zur Hälfte der Auffahrtsrampen hinauf, was es erlaubt, ganze Bauminseln in den oberen Bereichen der Rampen zu errichten. (Natürlich schade, dass erst Bäume für den Bau gefällt werden mussten, um danach dann wieder neue zu pflanzen – aber dies ist der fast zwei Jahrzehnte andauernden Marathon-Planung mit ihren diversen Kompromissen geschuldet.)

Auch wenn die großen Wände nicht direkt mit Trockenmauer oder Vertical Gardening bepflanzt werden können, so hat Frau Wrulich aufgezeigt, wie man sie nachhaltig von oben herab begrünen kann. Die restlichen Flächen können dann – passend zum Parkhaus und der Unterführung an der Gruber Straße – von Künstlern aus der Region kreativ gestaltet werden.

So erobern sich Natur und Kultur den kalten Beton im Herzen Poings zurück – irgendwie schon poetisch.

Und praktisch wird’s dann auch noch: Die nordöstliche Fläche (vor dem Reisebüro bzw. La Piazzetta) wird vsl. mit einer Mischung aus Bäumen, Blühflächen und Fahrradständern versehen, wo dann auch die Station für die MVG-Leihräder unterkommt – ein optimaler Ort wie ich finde.

Die Maßnahmen werden nun Schritt für Schritt (und unter Beachtung der Neugestaltung von Marktplatz und Bahnhofstraße) beschlossen und umgesetzt. Da fällt mir das Meckern schwer: Ein großes Lob an die Verwaltung und die Planerin für das schnelle und zielgerichtete Handeln – so kommt Poing auf einen grünen Zweig!